Label: Warner
Charlotte Gainsbourg ist eine wundervolle und ausdrucksstarke Schauspielerin und gewiss weitaus mehr als nur die Tochter von Jane Birkin und Serge Gainsbourg. Nun wagt sie den sicherlich nicht ungewöhnlichen Sprung vom Kino ins Musikgeschäft und präsentiert mit „5:55“ ein Album, welches unter Zuhilfenahme erstklassiger Musiker entstanden ist. Da wären Nigel Godrich als Produzent, Neil Hannon (The Divine Comedy) und Jarvis Cocker als Texter und vor allem Nicolas Godin & Jean-Benoît Dunckel als Komponisten. Somit ist dieses Werk eigentlich ein komplett neues Air-Album. Und exakt danach klingen diese elf Songs dann mehr oder weniger auch. Schmeichelnde Elektronikklänge, angereichert um das perlende Piano, die klangvollen Streichersätze und der gewohnten Hingabe und Liebe zum Detail erzeugen Stimmungen und Bilder voller Melancholie, Schwermut und auch ein wenig Kitsch. Statt der gewohnten Air-Stimme begegnet einem hier jedoch der sanfte Hauchgesang von Charlotte Gainsbourg, der diesem stillen Album sehr gut zu Gesicht steht. Vielleicht kann diese zerbrechliche Stimme sogar ein Quäntchen mehr an Melancholie und Empfindsamkeit vermitteln. Die Kombination aus Musik, Texten und Gesang könnte jedenfalls nicht besser funktionieren. Und damit ist eigentlich auch schon alles zu diesem Album gesagt. Hier gibt es keinerlei musikalische Experimente, sondern die gewohnte Finesse der beteiligten Kräfte. „5:55“ ist sehr gleichförmig ausgefallen und enthält u. a. mit „AF607105“, „The Operation“ und „The Songs That We Sing“ wunderschöne Wohlfühl-Popsongs, die manch andere Stücke ein wenig überragen. Doch das war auf Airs letztem Album „Talkie Walkie“ auch nicht groß anders.
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