Eine Portion Theorie liefert der Musikjournalist
Sasha Frere-Jones in der heute erscheinenden Ausgabe des
New Yorker. Unter dem Titel
A Paler Shade Of White fragt sich Frere-Jones, ausgehend von einer Betrachtung der Pop-Historie sowie eigenen Erfahrungen in der all-white Funk-Band Ui, wohin eigentlich der Schwarze Einfluss im (wie immer undefinierten) Bereich 'Indie' verschwunden ist.
Das Fazit seines sehr informierten
Essays:
The most important reason for the decline of musical miscegenation, however, is social progress. Black musicians are now as visible and as influential as white ones. [...] The Internet, by democratizing access to music—anybody, anywhere can post or download a song on MySpace—has also made individual genres less significant. Pop music is no longer made of just a few musical traditions; it’s a profusion of strands, most of which don’t intersect, except, perhaps, when listeners click “shuffle” on their iPods. [...]The uneasy, and sometimes inappropriate, borrowings and imitations that set rock and roll in motion gave popular music a heat and an intensity that can’t be duplicated today, and the loss isn’t just musical; it’s also about risk. Rock and roll was never a synonym for a polite handshake. If you’ve forgotten where the term came from, look it up. There’s a reason the lights were off.
Wobei die Frage zu stellen wäre, warum die Betrachtung kaum über die rein musikalisch-ästhetische Bewertung des Indie-Rocks als langweilig und monoton hinausgeht, dabei eine tatsächlich politische Erkenntnis unterschlägt, die abseits aller Aneignungsdiskussionen (die in diesem Text nicht aufgenommen werden, wo Weiße Aneignung von Blackness unhinterfragt positiv gesehen wird) eine nahezu erdrückende Übermacht Weißer Männer (die über Weiße Männerthemen singen) im Indie-Genre feststellen und entsprechend kritisch beurteilen dürfte. Aber dafür gibt’s ja zum Beispiel auch immer wieder gerne – uns.