Vor einiger Zeit schrieb ich hier himmelhoch jauchzend über „Deadly Bossanova“ von Claus Grabke. Ein Album das heute, fast genau ein Jahr nach Veröffentlichung, noch immer nichts an Wucht, Charme, Überzeugungskraft und Wunder verloren hat. Woher kam dieser Sound? Gütersloh. Und wo ging er hin (außer auf Tour)? Die Antwort darauf ist jetzt auf CD gepresst zuhören. (Nein, Grabke hat noch kein Live-Album veröffentlicht.)
Stattdessen präsentiert „List Of People To Kill“ von The Picturebooks eine glänzende Fortführung dieses kleinen deutschen Wunders: wieder geiler Indie-Noise-Core…und zwar wünschenswertester Natur. Ich will hier nicht sagen, dass The Picturebooks zweite Wahl, “nur“ neues Holz für den Ofen oder gar Trittbrettfahrer Grabkes sind. Im Kontext zu Grabke stehen sie vielmehr wie die aktuellen Fackelträger einer Flamme, die den Weg aus dem olympischen Dorf gefunden hat. Danke schon mal dafür. Ein Sound, der – um beim olympischen Gedanken zu bleiben - klingt, wie Spagat zu Spaghetti, Handstand beim Aufstand und Foul beim Faulenzen: also einfach biestig. Ja, es ist ein Biest, dieses keuchende Album. Gegenüber oben genannten drei Genre-Schubladen wird „List Of People To Kill“ übrigens eigentlich ungerecht, spaltet sie vielmehr. Schnittmengen aus ein bisschen New Wave Schaum und großen Rock-Sandburgen. Schmuckstücke aus aufgeräumter Garage. Good old Beat-Magic Potions mit kurzen Filmrissen. Den Song „Hustler“ (a)live? Ich bitte zum Tanzen! Dann Titeltrack: „List Of People To Kill“? You name it. (An dieser Stelle übrigens keine Amokläufer Diskurse, pleeease.) „Take It“? Or leave it.
Klar, musikalische Vorbilder sind irgendwo herauszufühlen. Aber seit wann ist die Mischkalkulation aus Erfahrung und spritzig-kreativem Ausguss eine Schmach? Einen Satz noch zum Albumcover: Die drei Jungs in H&M und darüber der Bandschriftzug? Ist das nicht eher mager? Kein crazy Artwork eines befreundeten Künstlers aus Berlin am Start gewesen?! Da ist man ja aus „Indie-Kreisen“ „Besseres“ gewöhnt. Aber dazu sag ich: man muss doch nicht alles zu internationalem Wechselkurs einfordern.
Ein Album wie eine neue „Ansage Nr. 2“. Picturebooks, macht nur weiter so. Ihr werdet schon sehen, wohin ihr damit kommt.
"List Of People To Kill" Ist ab heute im Handel erhältlich.
Hey! list of people to kill ist mein lieblings album des jahres! ich höre es im moment jeden tag. ich finde gerade weil kein berliner künsteler das cover gestaltet hat das cover so geil. passt doch total zum album und so. naja wie sagen die jungs so schön: "you cannot make it right"!!!