
Ihren Eintrag in das musikalische Geschichtsbuch haben sich die Gallagher Brüder gewiss für den ein oder anderen Gassenhauer verdient. Noch mehr in Erinnerung werden Oasis aber vermutlich mit ihrem unrühmlichen, mitunter aber doch recht unterhaltsamen Größenwahn bleiben. Der Bochumer Thomas David Finke, besser bekannt als Tommy Finke, ist Fan der Beatles und eben auch Fan dieser britischen Band namens Oasis. Musikalisch lassen sich die genannten Vorbilder an einigen Ecken des neuen Finke-Albums „Poet der Affen / Poet Of The Apes“ durchaus heraus hören. Aber Finke versucht sich zumindest auch ein klein wenig am Instrument Größenwahn. Wie der Titel schon andeutet, ist sein jüngstes Werk ein Doppelalbum. Teil eins enthält 13 Indiepop-Songs in deutscher Sprache und Teil zwei vereint die exakt gleichen Stücke nochmals, allerdings mit englischen Lyrics versehen. Es fühlt sich direkt ein wenig eigenartig an, wenn man sich beim Auspacken der CD für eine Sprachvariante entscheiden muss, zumal bei den Arrangements der Musik alles identisch ist. Aufgenommen hat Tommy Finke seine Kompositionen mit seiner im Jahr 2000 gegründeten Band Stromgitarre. Auch wenn ich nur vereinzelt Stücke aus Finkes bisherigen Schaffen kenne - so gut und astrein produziert klangen die Arbeiten zuvor nicht. Doch keine Angst, von einem überproduzierten und kalt designten Studioalbum kann hier nicht die Rede sein. Tommy Finke selbst sagt: „Die Platte sollte den Charme des Unperfekten haben“ und dies hat der Bochumer mit seiner Band auch hingebracht. Selbst wenn manche Passagen ein wenig an Oasis erinnern mögen, mit deren kräftig-dicken Klanganstrich hat „Poet der Affen“ nur wenig gemein. Die Musik von Tommy Finke klingt statt dessen um einiges spontaner geerdet, schlanker und auch frischer. Allerdings hapert es hin und wieder mit der kompositorischen Raffinesse. Finkes Stücke wirken dann fast ein wenig simpel gestrickt, sind sehr auf Eingängigkeit und auf den mitreißend-euphorischen Moment gemünzt. Dennoch bereitet es Freude, den flockigen Gitarrenläufen, dem perlenden Klavier und vielen netten klanglichen Akzenten zu lauschen. Zudem beweist Tommy Finke bei seinen Texten um allerlei zwischenmenschlichen Themen, Cleverness und Witz. Und hier gewinnt dann auch die deutsche Ausgabe des Albums, durch den kleinen Hauch mehr an Charme.
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