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Matthew E. White (Auf Tour und So!)11. April 2013 / Kategorie: Events So sehr ich Musik liebe, so viel wie ich höre, es mag das Alter sein oder mein viel zu breit gefächerter Geschmack: Ich kann die klassische Musikstilanalyse nicht mehr, die typischerweise von einem verlangt wird, der über Musik schreiben will.In der Elektronik hatte ich das schon aufgegeben, bevor ich es überhaupt begonnen hatte. Mir war es schlicht egal. Aber auch bei nicht-elektronischer Musik: Ist es mir vielleicht so egal geworden, dass ich es nicht mal mehr kann, wenn ich mich bemühe? Bin ich unfähig? Warum schreibe ich das eigentlich? Nun eigentlich möchte ich über Matthew E. White schreiben. Über sein großartiges 2012er Album "Big Inner". Über seine Tour, die hierzulande in München, Berlin, Hamburg und Köln halt macht. Die Plattenfirma schreibt daz "Mischung aus Country, Soul und Funk". Janun, so leicht kann man es sich machen. Funk sind aber wiederum nur Anleihen dabei, Soul schon eher. Ist es Country? Singer/Songwriter? Und was macht all die Moderne da drin, die sich so elegant an die 70er anlehnt? Randy Newman, heisst es, ist das große Vorbild von Herrn White. Jesus ein anderes. Überhaupt: Die Texte über das Leben, die Liebe und eben Gott. Ein wenig schwingt die Gospel-Kirche immer mit, manchmal auch mehr wie bei "Gone Away", dann wird es mit "Steady Peace" wieder countrig. Aber seht ihr, ich gebe mir schon wieder Mühe, Schubladen zu finden. Dabei ist Matthew E. White eben schöne Musik. Zum Reisen, zum heimkommen und bestimmt auch zum verliebtsein. Tourdaten: 15.04.2013 München - Strom 17.04.2013 Berlin - Privatclub 18.04.2013 Hamburg - Knust 19.04.2013 Köln - Gebäude 9 Julians 201222. December 2012
Dies ist ein Crosspost aus meinem privaten Blog.
Kürzlich habe ich die Behauptung aufgestellt, 2012 sei ein gutes Jahr für die Musik gewesen. Habe gar "30-40 herausragende Alben" identifiziert. Nun hatte ich eignetlich damit gerechnet, dies einfach so im Raum stehen lassen zu können und dabei nicht daran gedacht, dass es wohl einige Menschen geben könnte, die entweder zweifeln oder eine Liste einfordern würden. Ich tu mich irrsinnig schwer, eine Numerierung zu machen. Es gibt kein "Album des Jahres" und keinen Platz 2 und einen Platz 17 schon gar nicht, weil was soll das denn sein, bitte? Oder ein Platz 30? "Also das ist die schlechteste von allen wirklich guten Platten dieses Jahr"? Unsinn. Alphabet übrigens auch. Ich schreibe das jetzt wie es mir in den Sinn kommt. Und wenn mir ein Kommentar dazu einfällt dann kommt der auch dazu. Struktur könnt ihr euch woanders suchen. Ausserdem sind alle Alben hervorragend, selbst wenn die Beschreibung das mal nicht hergeben sollte. Danke übrigens auch an Deniz, der mir beim Kompilieren dann doch geholfen und auf's Jahresende nochmal 2-3 vergessene oder verpasste Alben aus dem Hut gezaubert hat. Finden kann man diese ganzen Alben übrigens meistens bei Amazon. Oder Spotify. Oder iTunes. Amazon hab ich mal verlinkt. Der Großartige @map hat mal eben die meisten Alben in Spotify geschmissen. Hier kann man sich das anhören und die Liste ist auch Collaborative, falls Andy Stott, Flying Lotus und Toro y moi auftauchen. Tausend Dank! Julia Holter - Ekstasis Hab ich durch die Top50 im Magazin "The Wire" entdeckt wie so einiges anderes hier. Pop oder so. "Marienbad" kann ich ca. 500 Mal am Stück hören, vor allem wegen dieses einen tollen Breaks. Aber auch sonst wunderschönes Album. Träumt so vor sich hin ohne dabei allzu gefällig zu sein. Laurel Halo - Quarantine Weiche, runde Bässe, flirrende Obertöne, digitale wie analoge soundfragmente, hört sich zum einschlafen, aufwachen, Arbeit und Sex gleichermaßen toll an. Ausserdem eines dieser Stücke Musik das ohne guten Sound nicht mal ein drittel so faszinierend klingt. Große Liebe und ein riesiges Bereuen ob eines verpassten Konzertes. Animal Collective - Centipede Hz Wenn Animal Collective ein Album machen, das "jetzt nicht so großartig ist, wie das letzte", kann das zweierlei heißen. Entweder, die Musik ist immer noch ziemlich großartig, weil die Band einfach ansich schon aus purer Musik besteht und gar nicht so viel falsch machen kann, oder aber es wächst noch. Ich bin mir bei Centipede Hz immer noch nicht ganz sicher was es ist. Aber wie gesagt: andere Liga und so. Gatekeeper - Exo So ravig und tanzbar wie noch erträglich und dennoch komplex, futuristisch, faszinierend. Ausserdem ein wenig hektisch. Ich mag hektisch. Swans - The Seer LUNACY! LUNACY! Wand aus Sound, durchdringend, eindringlich und andere Wörter mit "dring". Konzert war aber viel zu laut, leider. Mouse on Mars - Parastrophics Knarzknurpselknarzknarzwumms. Mache ich mich jetzt lustig? Ich liebe Mouse on Mars. Ändert sich auch nicht mit dem aktuellen Album. Schon gar nicht mit dem vorzüglichen Konzert. "Nicht so viel Weiterentwicklung im Sound"? Mag sein. Aber immer noch genug. Ausserdem dieses "Andere Liga"-Ding. Überhaupt gilt das ja bei vielen Sachen: Wer ausreichend eigenständig klingt, hat bei mir oft schon ein Stein im Brett. Zum Beispiel Autre Ne Veut. "Counting" ist kein Album sondern eine Single. Ja mei. Der Rest kommt 2013 und ich weiss schon, dass er dann nächstes Jahr hier steht. Actress - R.I.P. Düsterdüsterdüster. Plickerplockerbassbass. So ein bisschen Burial aber viel weniger Tanzbar und so. Wenn einem die abgefuckten Ecken einer Stadt nicht mehr kaputt genug sind. musikgewordenes Graffiti in der Kanalisation quasi. Futurecop - The Movie Wenn Daft Punk einen Soundtrack für Transformers macht, dann klingt das so. Ohne Michael Bay allerdings. Dafür mit japanischen Neonröhren. Ariel Pink's Haunted Graffiti - Mature Themes Ich glaube, Ariel Pink träumt Nachts von sehr queeren Orgien mit Frank Zappa und einer unbestimmten Menge Menschen jedweder Gender-Identifikation. "She-Males hooked up on Meth". Manchmal träumt er davon sicher auch tagsüber. Auch verpasst, das Konzert. Weil ich in Berlin war, um unter anderem Animal Collective zu sehen. Habe mich dann aber am Abend zuvor dort so betrunken, dass ich zu verkatert für Animal Collective war. Die Woche drauf war Ariel Pink dann in Berlin und ich wieder in Hamburg. Sponsort mir jemand eine Bahncard 100? Achja, die "After Light"-Single von Rustie fand ich auch ziemlich super. Gab's aber auch schon auf dem letztjährigen Album "Glass Swords", da aber ohne Gesang von Aluna George. Das wiederum wäre letztes Jahr in diesem Artikel gewesen, hätte ich einen gemacht. Hauschka & Hilary Hahn - Silfra War ja ein Tipp von @wolfseule. Und die sind immer gut. Einmal empfahl sie mir eine Band namens Tötkolben. Des Namens wegen. Hauschka und Hilary Hahn machen Cello, Violine und so. Ja mei, wie beschreib ich das? Es gefällt. Besonders wenn Schnee liegt. Passt aber auch ganz gut zu Weißwein. James Ferraro - Sushi James Ferraro war ja so großartig, einerseits das Album des Jahres 2011 zu produzieren, es andererseits aber auch mit solch Dingern wie Skype-Loginsounds fast unanhörbar zu machen. Sushi nervt nicht so, fasziniert umso mehr. Der Wire hat lange über die Ironie dieser Musik und moderne Gesellschaft geschrieben. Ich kann diesen Drang verstehen. Funktioniert aber auch ohne Foucault. Überhaupt: Musik muss immer für sich stehen können. Wenn sie politischen Kontext braucht oder Philosophenzitate, dann darf sie meinetwegen auch verschwinden. Wenn sie dadurch besser wird: herzlich Willkommen. Beim letztjährigen Album ("Far Side Virtual") hatte James Ferraro Songs wie "Fro Yo and Cellular Bits" und "Starbucks,Dr. Seussism, And While your Mac Is Sleeping". Diesmal ist es eher "Jet Skis & Sushi", Condom" und "Booty Call". Xiu Xiu - Always Eines der wirklich guten Konzerte dieses Jahr. Ausserdem so Musik, die mit Bier genauso gut geht wie mit Rotwein, wenn man die Musik ansich denn mag. Matthew Dear - Beams Wenn Ariel Pink von Zappa träumt, dann träumt Matthew Dear von David Bowie. Allerdings ohne die Queeren Orgien, die ja Bowie schon im Original ein bisschen in seiner Musik hat. Beste Erinnerung: Nachts um 3 nach tollen Gesprächen noch ein wenig alleine an der Außenalster sitzen, Sternschnuppen gucken und "Do the Right Thing" hören. War so einer der ersten "Ich wohne jetzt hier"-Momente. Hallo Hamburg! Why? - Mumps Etc. Ich glaube das Album ist hier nur drauf, weil das Konzert so superb war. Eigentlich ist es nämlich mit Why? so, dass alles schon vor ein paar Jahren gesagt war. Immer noch herausragende Musik, aber nun.. Ich verspreche, es werden dann doch 31 Alben, weil dieses hier nicht so ganz zählt. Death Grips - No love deep web Aktion des Jahres. Oder Jahrzehnts. Epic wollte das neue Album erst 2013 veröffentlichen, also haben die Death Grips es eben selbst auf Soundcloud und nach Bittorrent gepackt. Gibts übrigens immer noch nich zu kaufen. Musik ist aber auch toll und ich wehre mich gegen "Overhyped". Krawalligen HipHop kann es nicht genug geben. Sun Araw - Frkwys Vol. 9 Sun Araw & M. Geddes Gengras Meets The Congos Sun Araw macht Geräuschmusik. The Congos machen Reggae. Zusammen klingt das bekiffter als Lee Perry und dennoch interessant genug, damit man mit dem "Get together and Praise Rastafari" singsang klar kommt, wenn man ansonsten Aversionen hat. I like. Wem das übrigens zu oldschooldubbig ist, der kann ja gerne "The Inner Treaty" hören. Auch ein gutes Album von Sun Araw, auch von diesem Jahr. d'Eon - LP d'Eon sind musikgewordene Buntglasfenster. Manchmal auch mit Splittern. Lustigerweise ist auf "Music for Keyboards Vol. III" (auch von d'Eon) ein solches auch drauf, ich hatte die Assoziation aber schon vorher. Schwör! Raime - Quarter Turns over A Living Line Musik für nach der Zombie-Apokalypse. Wenn immer noch irgendwo einer lauert. Wild Nothing - Nocturne Und schon wieder ein Konzert verpasst. Wild Nothing sind ja sogar im Spiegel gefeatured worden. Gut, das sind Swans auch. Ist also keine Ausrede. Ich mag trotzdem nicht so viel dazu schreiben. Ich mag sie. Mir doch egal wieviel Hype. Passion Pit - Gossamer Hier gilt das gleiche. Hyped doch was ihr wollt. Ich tanze derweil. Cat Power - Sun Warum fand ich Cat Power eigentlich früher nie so gut? Lag bestimmt an meiner Ignoranz. Andererseits kann ich ja auch nicht überall die volle Kenntnis besitzen. Sun ist jedenfalls ein gutes Album. Sehr gut sogar. Goat - World Music Wie sehr ich mich überwinden musste, ein Album namens World Music zu hören? Nun, sehr eben. Aber ich habe es getan und es gefiel. Ebenfalls sehr. Moderner Rock und so. Vielleicht auch irgendwas anderes. Schubladen, ey. Andy Stott - Luxury Problems Spätentdeckung. Eigentlich erst wegen der Top50 von "othermusic.net". Dann auch festgestellt, dass der Wire die in seinen Top50 hat. Überhaupt gibt's da viel Überschneidung. Auch zu meinen Toplisten. Andy Stott liegt zunächst ein wenig Spitz an, entfaltet dann aber eine wuchtige Komplexität und behält seine Spannung auch im Abgang bei, bleibt aber auch süffig genug für den Gelegenheitskonsum. Toro y Moi - Anything in Return Hier Rock, da Beats, nun ein bisschen Gesang, manchmal auch im Chor. Sieh an, eine Hihat. Alles etwas getragen, so vom Tempo her. Moderner Pop mit ausreichend Komplexität, um nicht zu langweilen. Ebenfalls eine Spätentdeckung, das Album ist erst für 2013 angekündigt. Aber nun. Internet und so, und die Single "So Many Details" kann man sich ja auch schon kaufen. Wird bei mir ebenfalls noch reifen, aber ist jetzt schon ausreichend gut um es zu den Highlights zu zählen. Flying Lotus - Until the Quiet Comes "Hör unbedingt Flying Lotus!" die von mir ganz unglaublich geschätzte @maronivie musste mich wochenlang bearbeiten. Und wie so oft musste ich anschließend kleinlaut eingestehen. Ja. Gehört zu den Alben des Jahres. Hat ausserdem was von Hudson Mohawke. Steinigt mich für eine solche Aussage. Es ist auf jeden Fall sehr typisch Warp Music (Und zwar heutiges Warp, nicht 1990er-2000er Aphex Twin / Autechre / Plaid / Boards of Canada Warp) Kendrick Lamar - Good Kid M.A.A.D City Bestes HipHop-Album des Jahres. Alles daran ist gut. Flow, Rhyme, Beats, Lyrics, alles. Ernsthaft. Kann man mit Hornbrille genauso hören wie mit Goldkette. Mal noch ein zwischendrin-Einwurf: Burial macht ja gelegentlich Singles (Street Halo / Kindred und Truant / Rough Sleeper). Manchmal mit Four Tet (Nova). Auch dieses Jahr. Alles Großartigst. AU - Both Lights Instrumental-Avantgarde-Rock/Pop-Klimperdings. Waren die Vorband von Xiu Xiu und die erste Vorband seit langem, die mich ganz schön umgehauen hat. Mir reicht's nun mit beschreiben und wir sind bei 29 Stück minus eines weil Why? ja nicht richtig zählt. Sucht euch für die 30 noch eine der folgenden aus: John Talabot - Fin Friendly Fires - Pala Mac Demarco - Rock n Roll Nightclub Matthew E. White - Big Inner Com Truise - In Decay Kindness - World you need a change of mind Jakob Ullmann - Fremde Zeit / Addendum Deep Time - Deep Time Fatima Al Qadiri - Desert Strike Teen - In Limbo Xiu Xiu & AU, Kampnagel Hamburg21. April 2012 / Kategorie: Events Ach ach, die Vorbands. Gehste eh nicht hin. Lohnt sich ja meistens nicht. Bisschen später zum Konzert ist auch OK. Kannste vorher noch was essen. Ich erinnere mich noch an einen sagenhaft langweiligen Pantha Du Prince, der für Animal Collective eröffnete, an einen noch untragbareren Porcelain Raft vor M83, an junge, aufstrebende Musiker, die sich zwar mühe gaben aber eben einfach nicht gut waren, vor so vielen Konzerten, die ich in den letzten Jahren besuchte. Und dann stand ich da, zum Glück pünktlich, vor AU. Und schämte mich ein wenig meiner Attitüde. Wunderbarer Avant-Pop, irgendwie experimentell, schwelgerisch, mit spannenden Songstrukturen, dem richtigen Maß an Engagement, kein bisschen überpathetisch. Kein Versuch, das zurückhaltende Publikum zu überzeugen. Zugegeben: hyperaktive Musik fasziniert mich. Noch mehr, wenn sich das auf die Rhythmik, auf das Songwriting begrenzt. Und so sitzen ein toller Schlagzeuger und ein Keyboarder auf der Bühne, spielen leicht introvertiert vor sich hin und machen alles richtig, um den Abend einzustimmen. Ich hatte die warnenden, verheißungsvollen Worte der geschätzten @Wolfseule noch vor Augen. Ich solle auf meine Ohren aufpassen und meist platze auch im Kopf noch etwas, wenn Xiu Xiu auf der Bühne stehen würden. Dann setzte ich mich erst einmal auf die Couch (Ja, der Kampnagel hat eine Couch, wie grossartig!) und hoffte, nicht einzuschlafen. Was mir auf Konzerten durchaus schon passiert ist, im Sitzen. Es ist ja kein schlimmes Aus-Langeweile-Einschlafen, eher so ein wohliges Wegschlummern, das zum Beispiel Fennesz oder To Rococo Rot schon geschafft haben. Xiu Xiu sind erstaunlich laut, zu Anfang. Weniger in Dezibel ausgedrückt denn in Gitarrenverzerrung und anderen Rock-Parametern. Und das, obwohl sie auch zu Anfang Stücke vom eher ruhigen neuen "Always"-Album spielen, Smear the Queen oder Beauty Towne eta. Und "The Fox & The Rabbit" hat eigentlich auch keine derartige Attitüde. Aber Jamie Stewart steht mit einer Gibson SG und zur Hüfte hochgezogenen Arbeiterhosen auf der Bühne und erweckt bisweilen den Eindruck, er wolle sich, rein von der Körperhaltung und Gestik her, bei Sick Of It All bewerben. Dann jedoch beugt er sich auch über das Mikrofon, fast als wolle er eine besondere Form des Liebesaktes vollführen. Mal springt er verrückt, nie aufgesetzt "crazy" über die Bühne, dann wieder einer dieser intimen Momente mit zartem, fast weinerlichen Gesang. Klangspielereien, die im Cresdo bei der aktuellen Single "Hi" enden, auf eine ganz eigene, selbstsichere Weise sympathisch. Selbst das Mikrofonkabel, das sich in einem weiteren spinnerten Anfall um den Hals schlingt macht keinerlei pathetische Suizid-Andeutungen, sondern ist eben verspielt, locker, in sich selbst ruhend. Mein Gehirn ist noch ganz geblieben, aber Xiu Xiu können mit Erwartungshaltungen und Konventionen spielen, dass das übliche Zugaben-Spiel fast schon unpassend wirkt. Was für ein Kompliment, eigentlich. P.S: Jamie Stewart war so unglaublich nett, mir nach dem Konzert noch eben die Setlist herunter zu kritzeln. Hier ist sie also: Fabulous Muscles Smear the Queen Fox and the rabbit beauty town ceremony suha in lust you can hear the axe fall Honey Suckle Joeys Song This too shall pass away Sad pony guerilla girl Hi I luv the valley OK! Frankip Teardrop Live: M83, Übel & Gefährlich Hamburg24. February 2012 / Kategorie: Events
Die südliche Feuerradgalaxie im Sternbild Wasserschlange ist ein komplexes Gebilde. Fern und doch vertraut an unserem Himmel, unerreichbar über uns funkelnd, vertraut und doch entrückt.
Der perfekte Namensgeber für M83, die nach der astronomischen Bezeichnung Messier 83 benannt haben, und vielleicht nicht der beste Vergleich, so mit den Sternen, wo die Galaxie doch 15 millionen Lichtjahre entfernt ist, und die französische Band direkt vor mir auf der Bühne steht. Der Sternenhintergrund, in diesem Fall farbwechselnde Lampen, ist jedoch immerhin ähnlich und die Faszination, nun... "Live: M83, Übel & Gefährlich Hamburg" vollständig lesen Gang of Four - Content8. February 2011
von unserem Gastautor und Ex-Kollegen Martin Väterlein
Der Inhalt folgt der Form Sechzehn Jahre gab es von Gang of Four keine neuen Songs mehr. Dennoch war kaum eine andere Band im Referenzspiel der Musikpresse so präsent. Egal, ob von Franz Ferdinand, LCD Soundsystem, Radio 4 oder The Rapture die Rede war, stets wurde auf die Männer aus Leeds verwiesen. Jetzt erscheint ein neues Album. Content bezeichnet in der Sprache der Internetagenten, das was den formalen Rahmen einer Homepage, eines Blogs füllt: Texte, Fotos, Videos, Musik. Alles ist austauschbar, unendlich erweiterbar und endlos reproduzierbar. Content ist verfügbar. Gang of Four positionieren sich zu diesem Sachverhalt mit ihren neuen Stücken. „Creation is creep,“ stellt Jon King in “Who am I?” fest und fragt weiter: “Who can steel when everything is free?”. Ja, für was soll man noch ein Risiko eingehen, woran sein Herz hängen, wenn einem doch alles geliefert wird, ohne dass man noch seinen Hintern vom Sofa bewegen muss? Wozu noch kreativ sein, wenn Kulturprodukte im weltweiten Netz sofort zu Content mutieren? Gang of Four reagieren nach Jahrzehnte langem Schweigen heftig auf diese Fragen. Musikalisch kracht es auf Content gewaltig. Von Altersmilde keine Spur. Die Gitarren von Andy Gill kreischen, rotzen, beißen subtil. Das ist ganz große Kunst. Dazu hämmern Bass und Schlagzeug aufs Feinste. Das, was die Band einst berühmt gemacht hat, die Verbindung aus Post-Punk und Groove, tritt dabei etwas in den Hintergrund. Hier handelt es sich trotz aller Feinheiten schlicht um Punk, um unbemäntelte Aggression. Einzig das ein wenig zu entspannt geratene „A fruitfly in the beehive“ fällt in diesem Zusammenhang ab. Ein Moment zum Lustholen ist nach zwanzig Minuten purer Energie angebracht. Textlich trotzen Jon Kings Lyrics sowohl dem Zeitgeist als auch dem eigenen Sound. Denn Content lädt in seiner Tanzbarkeit durchaus zu Vergleichen mit den oben bereits erwähnten LCD Soundsystem ein. Ob man auf der Tanzfläche aber tatsächlich auf aufklärerische Texte achten mag? Zumindest liefern sie ein zusätzliches Erregungspotential. In einem Song heißt es dazu selbstkritisch: „I’m not innocent and I party all the time.“ Gang of Four überraschen mit einem Album, das die hohen Erwartungen an ihr Comeback nicht nur nicht enttäuscht. Diese Platte steckt so voller Wut, glänzender Ideen und zeitgemäßer Klangästhetik, dass sie etliche ihrer Epigonen weit hinter sich lassen. Es wird spannend sein zu hören, wie die Jüngeren mit ihrem neuen Content reagieren werden. Die LP erscheint mit einem Bonustrack. Ebenfalls neu auf Vinyl: Ganz tief in den unerforschten Regionen der Weltmusik gräbt der Sampler The Sound of Siam, der diese Tage auf dem Soundway Label erscheint. Erstaunlich, was dabei zu Tage gefördert wird. Im Thailand der Jahre zwischen 1964 und 1975 existierte eine lebendige und zu mancher positiven Überraschung fähige Musikszene, die ihren Ausdruck in einem bunten, leicht psychedelischen Mix aus Beat, Jazz, Soul und Volksmusik findet. Illustriert wird das durch das hübsche Cover der Doppel-LP. Interessant und empfehlenswert. Regiealtmeister David Lynch kommt uns diese Woche mit einem „Album“ namens Good Day Today. Dabei handelt es sich im Grunde genommen um zwei Stücke, die in je fünf Variationen, sprich Remixes dargeboten werden. Der Song „Good Day Today“ ist eine flotte, unkomplizierte Elektronummer, bei der Lynch harmonischen Vocoder Gesang beisteuert. Hiervon gibt es unter anderem einen gelungenen Remix von Underworld. Das zweite Stück „I know“ erfüllt schon eher die musikalischen Erwartungen, die man in den Macher von Twin Peaks und Lost Highway haben könnte. Leicht unheimlich, schlurfend, von Twang-Gitarren getragen wird hier Lynchs Gesang untermalt. In der Summe ist das ganz nett. Aber zwei Kompositionen so auf Albumlänge aufzupusten, wäre nicht nötig gewesen. Da hätte es eine gute alte Maxi auch getan. Synth Britannia23. January 2011 / Kategorie: Reportagen
Wenn es in den letzten Jahren gute TV-Dokus über Musik gab, dann waren die leider meistens aus Großbritannien. Immerhin gibt's heutzutage Vimeo, macht also nicht mehr so viel. Ansehen!
Synth Britannia from COMPLEX on Vimeo. Konzert: Autechre, Stadtgarten Köln, 05.02.086. March 2008 / Kategorie: Events
Zwei Stunden Fahrt sind es nur nach Köln, aber die Bahn verlangt dafür ein Vermögen. Zwei Stunden Fahrt für eine Stunde Konzert? Nun, es sind Autechre. Und was tut man nicht alles, um Namen auf seiner "Wollte ich schon immer mal sehen"-Liste abzuhaken.
Rob Hall klingt nicht nur nach einem Allerweltsnamen für elektronische Künstler, er klingt auch beinahe genauso Allerweltig. Ein ganz nettes Rahmenprogramm für Davor, Dazwischen und Danach, aber nicht mehr. SND hingegen machen Freude. Super-Minimalismus der Spannung immer nur aufbaut, der über eine Stunde lang mit den selben wenigen Samples auskommt und immer wieder ganz kurz vor dem großen Break steht ohne ihn je zu erreichen. Eine Stunde ist schließlich angesetzt für Autechre, und eine halbe davon schließe ich die Augen und erlaube meinem Kopfkino, die wirrsten Bahnen zu ziehen. Abstrakte Bilder wandeln sich in glitzernde Städte. An Roulette-Tischen vorbei geht es in Maschinenräume, hinaus auf die See, hoch zu Festungen und durch blitzende Tunnel, es ist schon seltsam was man auch ohne Psychoaktive Drogen aus seinem Gehirn heraus holen kann. Musikalisch: Werkschau. Mal klingt's nach Confield, mal ist's tanzbar, aggressiv und wieder verspielt, Referenzen an die Gegenwart und die Vergangenheit. Letztendlich sind die Alben von Autechre nur Momentaufnahmen der aktuellen Soundwelten in denen sich das Duo bewegt, und so ist das Konzert eben auch eine Momentaufnahme. Eine die trotz ihrer Kürze jede Fahrt rechtfertigt. Konzert: Värttinä, 05.11.2007, Karlsruhe, Tollhaus6. November 2007
Etwas erstaunt musste ich ja heute feststellen, dass es nur ganz wenige Musik gibt, die ich heute wie vor zehn Jahren gerne höre. Värttinä gehört dazu, etwa seit 1997, seit ich diese Leidenschaft für skandinavische Folkmusik entwickelt habe. Skandinavien ist weit und Karelien gehört schon fast nicht mehr dazu, geographisch wie auch musikalisch. Aber zum Konzert: Eine Sängerin krank, macht man eben zu zweit Musik, natürlich mit großartiger Backing-Band, allesamt brilliant an ihrem Instrument. Und während das Schlagzeugsolo wahrscheinlich von den meisten als Höhepunkt genannt worden wäre, fand ich ja vor allem die lässige Lockerheit von Geige und Akkordeon umwerfend, weil zur spielerischen Musik passend.
Und schon wieder schweife ich ab, aber was soll ich schreiben? Superlative finden? Langweilig, passen auch irgendwie alle. Steigerungsformen und Synonyme von schön, präzise, charismatisch, gut, alles drin. Gespielt: kaum was neues, viel altes, "Aitara" genauso wie "Vihma", zwischendrin ein paar soli, A-Capellas, Duette. Und alles so natürlich, dass der Lachkrampf, der die Zugabe-zur-Zugabe "Aitara" unterbricht nicht im geringsten deplaziert wirkt. Genauso wenig wie ländliche, konservativ anmutende "wenn der Mann betrunken heimkommt gibts haue"-Texte. Kann man hier getrost als "gehört dazu" abstempeln und schön finden. Wirklich. Hilly Kristal R.I.P29. August 2007 / Kategorie: Neuigkeiten
Man muss nicht Musiker oder Produzent gewesen sein, um Musikgeschichte geschrieben zu haben. Manchmal reicht es auch einen Legendären Musicclub gegründet wie das
Im Alter von 75 Jahren ist Stagediving10. July 2007 / Kategorie: oder so
Irgend etwas erinnert mich gerade penetrant an dieses alte Bad Religion-Shirt mit dem Rückentext: "No Stage Diving! Shallow Water!"...
(Youtube-Direktlink Neujahrskonzert / Volksbühne Berlin2. January 2007 / Kategorie: Reportagen
Gustav und To Roccoco Rot. Neujahr 2007. 20 Uhr, also direkt nach dem Frühstück. Das ganze in der nahezu ausverkauften Volksbühne, die mich dank Studentenausweis sogar vergünstigt hinein lässt. Leider auch zu spät, was aber eher meine Schuld ist.
Gustavs zweite halbe Stunde war aber großartig. Dieser leicht verschrobene Humor zusammen mit wunderbarem elektronischen Pop macht Spaß, auch die, die erst auf dem hoffentlich bald erscheinenden zweiten Album zu hören sein werden. To Roccoco Rot machen auch Spaß, allerdings anders: sie machen gemütlich, lullen ein, lassen mich sanft in das Reich der Träume entgleiten. Kurz vor Ende wache ich (das kurze "im Halbschlaf Applaus geben" ausgenommen) wieder auf. Nichts bereuend, war nämlich wirklich schön. Wolf Eyes Live4. August 2006 / Kategorie: oder so
Bei Youtube gibt es dieses großartige Video der Wolf Eyes live @ Analog Shock in der Schweiz (via phirnis)
World Music19. July 2006 / Kategorie: oder soWorld Music war für mich das, was über-esoterisierte Hausfrauen am Ein-Euro-Tisch kaufen bevor sie beim Tee darüber schwadronieren, dass die Neger es doch ohne moderne Technik viel besser haben. Den Gipfel all diesen multikulturromantischen Rassismus in Musikform und damit die Bestätigung für meine Behauptung sah ich aber erst vor ein paar Tagen beim Fahrradfahren: afrikaner.de - ein "Afrikanisches Orgelkonzert". Für den aufgeschlossenen Bürger von heute, der zwar schon so ein bisschen andere Kultur mag, aber nicht wenn die Neger so ganz andere Rhythmen haben mit denen der gute Europäer dann auch nicht so klar kommt. Deshalb: Bach und Beethoven mit Trommeln und so ein bisschen Gesang. Das ist gefällig und paßt sehr gut zum Kaffeeklatsch am nächsten Wochenende, wo man dann übrigens auch dringend mal den schlechten Einfluss von McDonalds zur Sprache bringen muss. Weia! Das Wesen - Felinophoria4. July 2006 / Kategorie: Tonträger
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